Silvesterbräuche in aller Welt

Nicht vor die Tür gehen, keine Wäsche waschen, vorsichtig kauen!

Ein Kurzurlaub über Silvester ist für viele der ideale Ausgleich für die oft hektische Vorweihnachtszeit. Auch sz-Reisen baut das Angebot an Silvesterreisen immer weiter aus. Doch je außergewöhnlicher die Reisen zu Silvester werden, desto außergewöhnlicher werden unter Umständen auch die Bräuche und Sitten, die Sie in Ihrem Silvesterland beachten sollten. Einerseits, um nicht unangenehm aufzufallen. Andererseits, um sich das Glück zu sichern und das Unglück abzuwehren - denn darum drehen sich die meisten Silvesterbräuche in aller Welt.

Der Mann im Knödel

Sie haben in Ungarn beim Silvesterdinner gekleckert und möchten den Fleck besser gleich am Neujahrstag beseitigen? Stopp!
Das geht in Ungarn leider gar nicht, denn wer hier am Neujahrstag Wäsche wäscht, der macht sich unter Umständen für den Tod eines Verwandten verantwortlich. Am ungarischen Silvesterabend beißen Sie auch besser ganz vorsichtig in die frisch gebackenen Pogatschen, denn darin könnte sich eine Münze befinden, die dem, der sie findet, das ganze Jahr lang Glück und Reichtum bringt. Ledige Frauen kochen am Silvesterabend 13 Knödel und versehen 12 davon mit einem Zettel, auf dem ein Männername steht. Der Knödel, der im Wasser zuerst aufsteigt zeigt nicht nur, ob im kommenden Jahr ein Mann in ihr Leben tritt, sondern nennt praktischerweise auch gleich seinen Namen.

Türen und Fenster auf von Polen bis China

In Polen machen die Mädchen sich nicht so viel Arbeit am Herd. Sie stecken sich einfach Mohn in die Schuhe, um sicherzugehen, dass der Richtige im kommenden Jahr vor der Tür steht. Und damit das Glück Einzug ins Haus halten kann, öffnen sie am Silvestertag alle Fenster und Türen, um es hereinzulassen.

Das machen übrigens auch die Chinesen, was wieder einmal zeigt, wie klein die Welt ist. 
Außerdem ziehen die Polen um Mitternacht alle Uhren auf, damit das neue Jahr gleich richtig in Schwung kommt.

Karpfen reiten statt Karpfen essen


Sie essen in Deutschland gerne Silvesterkarpfen und stecken sich eine Schuppe ins Portmonee, damit Ihnen im neuen Jahr das Geld nicht ausgeht? Kann man mal versuchen.
Keine gute Idee wäre das allerdings in Vietnam. Hier kauft man zwar auch gern lebende Karpfen zu Silvester. Aber nicht, um sie zu essen, sondern freizulassen, denn auf dem Rücken der Karpfen reiten die Hausgötter in den Himmel, um dort von den guten Taten der Bewohner zu berichten.

Die Zukunft ist im Apfel


Sie sind auf einer Festtagsreise in Tschechien und möchten am Silvesterabend wissen, was die Zukunft bringt? Ihr Bleigießequipment können Sie getrost zu Hause lassen, denn hier genügt ein Apfel, um das Schicksal zu bestimmen. Zeigt das aufgeschnittene Kerngehäuse die Form eines Sterns, wird alles gut und das Glück ist Ihnen hold. Bildet das Schnittbild allerdings ein Kreuz, drohen Unheil und Krankheit. Tun Sie so, als wäre nichts passiert, essen Sie den Apfel am besten schnell auf und probieren Sie es mit dem nächsten noch einmal.

Rote Wäsche und Weintrauben

Ihr Kurztrip über die Festtage führt Sie nach Italien oder Spanien? Dann packen Sie auf jeden Fall rote Unterwäsche ein, die sie in der Silvesternacht tragen können. Das bringt nämlich Liebesglück für das kommende Jahr. Allerdings nur, wenn sie die Wäsche am Neujahrstag ungewaschen wegwerfen. In Spanien ist es außerdem „Pflicht“ um Punkt 12 zu jedem Schlag der im ganzen Land übertragenen Glocken auf der Madrider Puerto des Sol eine Weintraube zu essen. Wer dem Glück noch mehr nachhelfen will, stößt anschließend mit einem Sektglas an, in dem ein goldener Ring schwimmt. Der Brauch mit den Weintrauben ist den Spaniern übrigens so wichtig, dass er in dem Dorf Villar de Corneja in den letzten Jahren auf 12 Uhr mittags vorgezogen wurde. Warum? Die 37 Bewohner sind allesamt so betagt, dass Sie bis Mitternacht nicht mehr wachbleiben können.

Zweige auf den Rücken und Asche ins Glas!

Führt Ihre Reise zu Silvester Sie nach Bulgarien, könnte es übrigens sein, dass Kinder Sie mit Kornelkirschzweigen auf den Rücken schlagen wollen. Lassen Sie das ruhig zu und bedanken Sie sich mit etwas Süßem, denn gerade wurde Ihnen - wenn auch scherzhaft-schmerzhaft - Glück verabreicht. 
Auf Ihrer Silvesterreise nach Russland brauchen Sie unter anderem Zettel, Stift und Feuerzeug. Schreiben Sie um Mitternacht Ihre Wüsche auf, verbrennen Sie den Zettel und spülen Sie die Asche mit einem ordentlichen Schluck Sekt hinunter - schon geht alles in Erfüllung - Nasdarovje!

Engländer feiern ruhig, Schotten umso ausgelassener

Sie wollen über Silvester nach London? Dann lassen Sie Böller und ähnlichen Kram getrost zu Hause, denn das ist hier nicht üblich. Umso mehr dagegen, sich an dem Lichtspektakel am Riesenrad London Eye zu erfreuen und das melancholische Lied „Auld Lang Syne“ zu singen. (deutsch: Nehmt Abschied Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr).

Im Unterschied zu dem eher beschaulichen englischen Jahresausklang, kann das schottische Jahresendfest „Hogmanay“ schon mal drei Tage dauern. Kein Wunder, dass man an dessen Ende dann auch kein Problem mehr damit hat, das neue Jahr mit einem Hot Pint, bestehend aus Bier, Whiskey und Ei zu begießen. Am Neujahrsmorgen kann man sich in Schottland dann glücklich schätzen, wenn vor allen anderen ein netter Nachbar klopft und mit einem Stück Kohle, Rosinenbrot und Whiskey als erster im neuen Jahr auf der Schwelle steht. Denn dieses „First Footing“ bringt Glück und Wohlstand für die nächsten 12 Monate.

Nicht vor die Tür gehen sollte man am Neujahrstag allerdings in den USA, denn hier gilt „Nothing goes out“ - noch nicht einmal in den eigenen Vorgarten.

Schlechte Erinnerungen? Einfach schreddern und verbrennen

Einen sehr pragmatischen Silvesterbrauch pflegen die Menschen in Argentinien. Sie entledigen sich alter Akten und unliebsamer Schriftwechsel ganz einfach, indem sie am Jahresende alles schreddern, zur Begrüßung des neuen Jahres aus dem Fenster werfen und den Rest der Straßenreinigung überlassen. Wenn dann noch Papier übrig ist, basteln sie daraus Puppen, die unliebsame und böse Menschen repräsentieren, und verbrennen sie, damit im neuen Jahr möglichst nur erfreuliche Begegnungen auf sie warten. Wenn manche der Puppen Ähnlichkeit mit bekannten Politikern haben, ist das selbstverständlich „rein zufällig“.

Im Dreivierteltakt ins neue Jahr


Dann wären da noch unsere unmittelbaren Nachbarn im Süden. Die Österreicher verhalten sich zu Silvester vorbildlich klischeegetreu und begrüßen das neue Jahr mit einem Walzer. Den tanzt man wahlweise in den eignen vier Wänden, auf Parties und in Clubs oder zu tausenden auf den Plätzen und Straßen der Städte - unter anderem beim „Wiener Silvesterpfad“ in der Hauptstadt an der Donau.

Silvester mal was anderes sehen? sz-Reisen nimmt Sie mit!


Falls Ihnen also in diesem Jahr das übliche Dinner for one, Fondue oder Raclette, Sekt und Knallerei um Mitternacht zu fade vorkommen, stöbern Sie doch mal im sz-Reisen Angebot an Festtagsreisen.
Die gehen unter anderem mit dem Bus, dem Flieger oder dem Kreuzfahrtschiff nach Italien, Tschechien, Polen, Österreich, Spanien und an viele andere Ziele.

Und ganz gleich, welchen Aberglauben Sie bemühen möchten - ich wünsche Ihnen viel Glück, Liebe, Gesundheit und Reichtum für das neue und alle kommenden Jahre.


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