Mit sz-Reisen beim 1. Dresdner Opernball nach Sankt Petersburg

Ein Reisebericht von Reiseleiterin Dr. Ursula Roscher

Vom 30.08. bis 02.09.2019 fand erstmalig der Dresdner Opernball in  in der Dresdener Partnerstadt Sankt Petersburg statt. 
Mit sz-Reisen ging es exklusiv in die barocke Zarenstadt, um dieses besondere Event zu feiern. 

Tag 1: Anreise & Abendessen 

Nach dem Check-In in Sankt Petersburg trafen wir im Zetrum ein. Unsere sz-Reisegruppe war im Kempinski-Hotel, an der Moika, untergebracht. Dies befindet sich nur wenige hundert Meter vom Palastplatz entfernt. Dennoch sollte es wohl am Abend gleich das erste Highlight geben. Zu Fuß gingen wir nur um die Ecke, um im Restaurant „Hamlet + Jacks“ unser Abendessen einzunehmen. Was würde uns erwarten? Von außen ein älteres Gebäude, an dem man wohl normalerweise vorbeigehen würde. Von innen sehr gepflegt, mit Liebe zum Detail gestaltet. Es handelte sich um eine frühere Juwelierwerkstatt. Laut Webseite würde uns moderne russische Gastronomie aus vorrangig russischen Produkten geboten werden. Es seien geschmacklich ungewöhnliche, zugleich sehr delikate Speisen, „kulinarische Meisterwerke, die nicht nur im Geschmack verblüffen, sondern auch damit, wie sie gereicht werden“. So überwältigend war dann beispielsweise auch das Dessert namens „Völlig weiß“. Eigentlich gar nicht richtig vorstellbar, aber so stand es plötzlich vor uns: Kokosnuss-Panna-Cotta, Limetten-Mousse, Zitronen-Sorbet und eine Art Sesam-Baiser dazu. – Passende Weine und der großartige Service rundeten das fast dreistündige Menü ab.

Es war bis dahin ein bereits gelungener Abend. In einer kleineren Gruppe unternahmen dann diejenigen, die sich noch fit genug fühlten, einen Nachtspaziergang. Das erste Ziel war die Magistrale ‚Newskij Prospekt‘. Die Stadt zeigte sich im Lichterglanz, denn fast alle Gebäude waren angestrahlt bzw. indirekt beleuchtet. Wir spazierten den Boulevard entlang und betraten den Palastplatz durch den Triumphbogen. Das nächtliche Bild, das sich uns bot, war beeindruckend: Das Generalstabsgebäude, 580 m lang, hinter uns. Vor uns die Eremitage, dazwischen, mitten auf dem Platz, die Alexandersäule. Linkerhand, etwas im Hintergrund, aber gut zu sehen, die Isaak-Kathedrale und halblinks vor uns die Admiralität. Dieser Anblick war beinahe atemberaubend. Unweit entfernt fließt die ‚Newa‘ mit ihren beleuchteten Brücken. Jenseits des Flusses befindet sich die Peter-und-Paul-Festung mit der hoch aufragenden Peter-und-Paul-Kirche. Auch diesen Anblick genossen wir. Dann war es spät genug, zum Hotel zurückzukehren, denn der nächste Tag sollte ereignisreich werden.

Tag 2: Bootsfahrt & Vorbereitungen für den Ball 

Der zweite Tag begann mit einer zweistündigen Bootsfahrt auf den Flüssen und Kanälen der Stadt. Die Bootsanlegestelle befand sich gleich gegenüber von unserem Hotel. Wir hatten ein Boot allein für unsere Gruppe, waren also ungestört und konnten daher jedes Detail genießen. Zwar vermissten wir während unserer Tour die Sonne, aber für die Gäste war das Bild der Stadt dennoch eindrucksvoll: die Ausmaße, die breite Newa, die Kanäle und Brücken. Wir fuhren vorbei an mehreren Parkanlagen. Zu fast jedem Gebäude, sowohl links als auch rechts der Wasserstraßen, gab es Informationen über deren Bedeutung. Kaum zu glauben, welche historischen Spuren die Entwicklung der Stadt hinterlassen hat und wie sich Sankt Petersburg derzeit wieder herausputzt. Es ist eine stolze Stadt.

Der Nachmittag sollte der Vorbereitung des großen Ereignisses dienen, dessentwegen die Gäste eigentlich nach „Piter“, in die nördlichste Millionenstadt der Welt und zweitgrößte Stadt Russlands gekommen waren. Ausruhen. Friseurtermin. Ankleiden.

Einige Gäste genossen dennoch vorab am Nachmittag einen kurzen Spaziergang durch den barocken Sommergarten, ein Kleinod, das auf Anweisung von Peter dem Großen Anfang des 18. Jahrhunderts geschaffen wurde. Der Park gab einen kleinen Eindruck von dem, was uns am nächsten Tag in Petershof erwarten würde.

Die große Ballnacht: 

Bei vielen Gästen entstanden vor dem großen Ereignis in der Lounge unseres Hotels noch Fotos in Festgarderobe. Der Abend begann dann für die Gäste, die die erste Preiskategorie gebucht hatten, mit einem VIP-Empfang im ‚Hotel Astoria‘. Danach wurden sie zum ‚Michailowskij Theater‘ gebracht. Die restlichen Gäste der Gruppe fuhren direkt zum Theater. Der Weg führte über den roten Teppich in das historische Gebäude zur großen Eröffnungsgala. Durch diesen ersten Teil des Abends führten als Moderatoren der deutsche Hollywoodstar Tom Wlaschiha und die ehemalige russische „Miss Universe“, Oxana Fedorova. Zu Beginn wurde ein Grußwort des russischen Präsidenten Wladimir Putin per Videobotschaft übertragen. Die Übersetzung war mithilfe von Kopfhörern gewährleistet. Auch unser Dresdener Oberbürgermeister Dirk Hilbert repräsentierte die sächsische Hauptstadt. Es war wohl kein Zufall, dass er mit einer Dresdner Delegation bereits vor Beginn des Opernballs angereist war, um die Zusammenarbeit von Forschungsinstituten und Hochschulen beider Städte gerade in dieser Zeit zu forcieren. Das Programm sollte sowohl Klassik als auch moderne Unterhaltung bieten. Dafür standen klangvolle Namen wie das ‚Michailowskij Orchester‘ unter der Leitung von Massimo Zanetti, Igor Butman mit dem ‚Moskauer Jazzorchester‘, der Cellist Sergej Roldugin, die Sängerin Albina Shagimuratova, die deutsche Sängerin Nadja Michael, um nur einige zu nennen.  

Zwei weitere Höhepunkte gehörten auch zum Programm: die Auszeichnung honoriger Gäste, die durch ihr Wirken symbolische Brücken zwischen Deutschland und Russland gebaut haben. Dies waren u.a. Katarina Witt, unsere Eiskunstlauflegende sowie die Hollywoodgröße Armin Mueller-Stahl. Der Dirigent Juri Temirkanov, der Chefdirigent des Leningrader Symphonie-Orchesters war, zeitweilig sogar als erster Musikalischer Direktor des Kirov-Theaters und -Balletts (jetzt Mariinskij-Theater) und als Gastdirigent im Bolschoi-Theater fungierte, wurde ebenso ausgezeichnet. Er war eine Zeit lang sogar erster Gastdirigent der Dresdner Philharmonie. Der weitere Höhepunkt war der Auftritt von 14 Dresdner Debütantenpaaren. Auch die Eltern der jungen Tänzer verfolgten das Programm im Michailowskij Theater und fieberten beim Auftritt ihrer Kinder mit.

Im Anschluss flanierten wir alle über den roten Teppich, gesäumt von Petersburger Jugendlichen mit Kerzen in den Händen. Der Weg führte uns vom Michailowskij Theater über den ‚Platz der Künste‘ zur Petersburger Philharmonie.

Der Abend dort war vorgesehen für ein mehrstündiges Galadinner, ein Unterhaltungsprogramm, u. a. mit den Orchester ‚Semper Strings‘ und der Gruppe ‚Dschinghis Khan‘, mit Ballmusik und Tanz. Eine bezaubernde Tanzdarbietung, in Perfektion ausgeführt, boten 100 russische Debütanten der Suvorov Military School sowie der Theaterakademie in „Peter“.

Tag 3: Gaumenfreuden & Ausflug zum Petershof 

Der Tag nach dem großen Ereignis, der 1. September, begann für uns am späten Vormittag, da der Opernball offiziell erst gegen 3 Uhr morgens geendet hatte. Um 11:30 Uhr startete unser Bus zu einem weiteren Glanzpunkt unseres Aufenthaltes, dem Besuch des weltberühmten Peterhof. Zuvor, auf dem Weg dorthin, nahmen wir aber unser Mittagessen im Restaurant ‚Podvorje‘, zwischen Puschkin und Pawlowsk gelegen, ein. Übrigens genossen an diesem Ort schon viele Persönlichkeiten Gaumenfreuden. Einer der prominentesten Besucher war der russische Präsident Wladimir Putin, der dort wohl zumindest einen seiner Geburtstage gefeiert haben soll. Kurz: Dieses Lokal war das Pendent zu unserem Restaurant am Anreisetag, mit beeindruckender, typisch russischer Atmosphäre. Dies betraf das Restaurant-Gebäude selbst, ein großes Holzhaus. Dort wurde uns einheimische Küche in exzellenter Qualität gereicht. Auch die Atmosphäre während unseres Aufenthaltes war geprägt von russischer Tradition: Das Personal bediente in Trachten. Begleitet wurde unser Aufenthalt durch ein Folklorekonzert, bei dem die Gäste auch zum Mitmachen aufgefordert wurden.

Der Peterhof, eine Galaresidenz am Finnischen Meerbusen, wurde geschaffen nach seinem Vorbild in Versailles, aber nach den konkreten Vorstellungen vom Zaren Peter I. Zuerst spazierten wir durch den unteren Park, einen majestätisch angelegten Barockgarten, der mit seinen zahlreichen Fontänen und vergoldeten bzw. Marmorstatuen wohl nahezu einzigartig in der Welt ist. Besonders beeindruckte die Große Kaskade. Mehrere Gäste, von denen die meisten wohl vielgereiste waren, äußerten nicht wenige, dass sie eine solch beeindruckende Anlage noch nie gesehen hätten. Die Krönung folgte aber erst danach, beim Besuch des Großen Palastes. Er bildet das Zentrum der Park- und Schlossanlage und trennt sozusagen den oberen vom unteren Parkteil. Auf Schritt und Tritt folgen pompös, ja luxuriös ausgestaltete und ausgestattete Paradesäle. Der größte ist der Thronsaal mit 300 m2 Fläche. Selbst die kleineren Räumlichkeiten, die sich in dem 250 m langen Bau befinden, verfehlen ihre Wirkung bei unseren Gästen nicht. Für diejenigen, die Peterhof gesehen haben, ist es kaum verwunderlich, dass diese Anlage zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Tag 4: Stadtrundfahrt & Peter-und-Paul-Festung

Der Abschlusstag, der 4. Tag unserer Reise, war einer Stadtrundfahrt gewidmet. Was würde sich nach den vielfältigen Impressionen von der Stadt und ihrer Umgebung noch Neues bieten? Die Ansicht vom Wasser aus kannten wir ja bereits. Unser erster Stopp galt den ägyptischen Sphingen an der Newa. Wie waren sie an die Anlegestelle der Newa gegenüber der Akademie der Künste gelangt? , in ihrem Alter (ca. 3500 Jahre)?! Bei Ausgrabungen in den 1820ern wurden sie entdeckt und ca. 10 Jahre später auf Veranlassung des Zaren nach Sankt Petersburg gebracht. Bei der Gestaltung der Treppe zur Newa durch den Architekten Konstantin Thon fanden sie links und rechts des Abgangs Verwendung.

Im Anschluss besichtigten wir die Peter-und-Paul-Festung. Im Vordergrund stand  dabei die Peter-und-Pauls-Kathedrale mit den Gräbern berühmter Zaren und Zarinnen. Dort, wo gewöhnlich das größte Gedränge ist, befinden sich die Gräber von Peter I., dem Großen, und Katharina II. (aus Zerbst stammend), der Großen, sowie deren Familien. Selbst die Gestaltung des Gebäudes ist für russische Kirchen ungewöhnlich. Zum einen befindet sich dort u. a. ein vergoldeter holzgeschnitzter Ikonastas, zum anderen existiert gleich in der Nähe eine Kanzel. Um es kurz zu sagen: Hier vermischen sich westeuropäische und altrussische Kirchenbaukunst.

Für einen kurzen Fotostopp war dann Zeit an der Blutskirche (Christi-Auferstehungs-Kirche oder Erlöser-Kirche auf dem Blute). Auf den ersten Blick sieht sie der Basilius-Kathedrale in Moskau verblüffend ähnlich. Unter anderem die zahlreichen Zwiebeltürme lassen die beiden Kirchen so verwandt erscheinen. Auf dem heutigen Gelände des ehemaligen Gotteshauses wurde einst ein Attentat auf den Zaren Alexander II. verübt, der noch am selben Tag (im März 1881) seinen Verletzungen erlag. Ach, Sie kennen den Namen dieses Zaren? Nun, wohl daher, dass er es war, der die Leibeigenschaft in Russland abschafft hatte. Bei einem nächsten Sankt-Petersburg-Aufenthalt sollten Sie unbedingt einen Besuch der Kirche, die heute im Wesentlichen als Museum dient, einplanen, denn das 81 m hohe Gebäude ist auf einer Fläche von 6500 m2 mit insgesamt 308 Mosaikbildern bedeckt.

Als nächstes stand der Besuch der Isaak-Kathedrale auf dem Programm. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde nach dem byzantinischen Mönch Isaak von Dalmatien benannt. Dieser war zugleich Schutzpatron Peters I. Diese Kirche nimmt als eines der größten Kuppelgebäude Rang 4 in der Welt ein (nach dem Petersdom in Rom, der Saint Paul’s Cathedral in London und der Santa Maria del Fiore in Florenz). Als Besonderheiten haben wir dort wahrgenommen: das Ausmaß des Gebäudes, die Größe der Hauptkuppel, eine Vielzahl von Skulpturen, die reichliche Vergoldung sowie die zahlreichen Marmorarten, die für das Gotteshaus Verwendung fanden. Aber wenn man an einem Gebäude 40 Jahre baut, muss auch deren Pracht erkennbar sein!

Die dritte Perspektive von der Stadt konnten wir von den Kolonnaden der Kathedrale wahrnehmen. Damit wurde uns deutlich, dass wir an den wenigen Tagen in „Piter“ bereits sehr viel gesehen hatten. Es bot sich aber auch ein Blick auf das, was bei einem nächsten Besuch, möglicherweise im Zusammenhang mit dem nächsten Opernball, auf dem Programm stehen könnte. Dazu gehören der Senatsplatz mit dem Denkmal für Peter I., „Der eherne Reiter“, der Palastplatz mit der Eremitage, vielleicht auch ein Besuch der Ausstellung, ein Bummel über den Newskij Prospekt mit der Kasaner Kathedrale, dem Literaturcafé, das z. B. Puschkin häufig besuchte, mit dem ehemaligen Singer-Gebäude in der Pracht des Jugendstils, im selben Stil gebaut das Jelissejew-Kaufhaus, das auch innen eine Augenweide ist.

Oder wie wäre es mit einem Besuch der Metro-Linie 1, die in der Stadt über die schönsten Metro-Stationen verfügt? Oder möchten Sie gar die Brückenöffnung entlang der Newa bei Nacht beobachten? Wenn Sie noch nicht genug haben von den prächtigen Schlössern, dann können Sie auch gern die Zarenresidenz in Puschkin besuchen oder das Schloss in Pawlowsk.

Mit sz-Reisen zum 2. Dresdner Opernball in Sankt Petersburg:

Vielleicht möchten Sie ja am 2. Dresdner Opernball in Sankt Petersburg am 29.08.2020 teilnehmen?
sz-Reisen bietet Ihnen diesmal eine 5-tägige Reise mit abgeändertem Programm, damit alle Gäste auf ihre Kosten kommen: die, die erstmals nach Sankt Petersburg reisen und die, die schon mal hier waren. 

Alle Informationen zur Reise finden Sie auch noch einmal HIER. 

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