Madeira - Höhepunkt einer Lebensreise

"Madeira ist für mich, der ich viel von der Welt gesehen habe, ein unübertroffener Höhepunkt meiner Lebensreisen gewesen. Die mystische Vorstellung von einer 'Insel der Seligen', auf diesem zauberhaften Eiland gewinnt sie blühende und glühende Wirklichkeit." -  von Ludwig Fulda

Das könnte von mir sein, aber ich zitiere lieber Ludwig Fulda, den weitgereisten Bühnenautor  - er kann das besser formulieren. Und auch für mich ist Madeira mittlerweile die Lieblingsinsel, die schönste Insel.

Ein Grund dafür ist sicherlich das ganzjährig frühlingshaft milde Klima - im Winter sind in der Hauptstadt Funchal meist bis zu 20 Grad, im Sommer nicht mehr als 26. Das macht Madeira zum perfekten Erholungsort in jeder Jahreszeit.

Dazu kommt eine beeindruckende Landschaft - vorwiegend schroffes Gebirge mit tiefen Schluchten und steilen Küsten. Denn eigentlich ist Madeira nur die Spitze eines riesigen Vulkans, der vor etwa fünf Millionen Jahren aus dem Atlantik aufstieg und heute bis zu 1.862 Meter aus dem Meer ragt.

Der "Garten Eden"

Das milde Klima und die fruchtbare Vulkanerde sind wiederum die Grundlage für eine einzigartige Vegetation mit subtropischer Blütenpracht - weshalb die Insel von manchen als "Garten Eden" bezeichnet wird. Deshalb verwundert es nicht, dass fast zwei Drittel der Insel als Naturpark geschützt werden und der üppige Lorbeerwald an der Nordküste, der Laurissilva, zum UNESCO Weltnaturerbe gehört.

Zum vielfältigen Mix aus Frühlingsklima, Landschaft und exotischen Pflanzen gehören natürlich die Menschen - sowohl die Einheimischen als auch die Touristen. Beide Gruppen ergänzen sich hier sehr angenehm, denn es gibt kaum Massentourismus auf der Insel.

Viele der Gäste kommen zum Wandern und wegen der tropischen und subtropischen Parks und Gärten in Funchal. Andere besuchen die Region wegen der Baudenkmäler, Museen, Altstadtgassen, bunten Märkte, Straßencafes und urigen Kneipen. Oder sie kommen einfach zur Erholung.

Und auch die Madeirer selbst sind mir recht sympathisch - ein lebensfrohes und trotzdem bescheidenes und fleißiges Völkchen. Und Dank der Geschichte sprechen fast alle englisch - das ist sehr praktisch für Touristen und Reiseleiter (vor rund 200 Jahren war die Insel für einige Jahre britisch besetzt, auch die Wirtschaft der portugiesischen Insel war lange von englischen Händlern dominiert).

Die Markthalle Funchal

Unser Hotel steht in Funchal und hier beginnen wir die Erkundung Madeiras meist im Mercado dos Lavradores, der Markthalle im Stil des Art deco. Im Innenhof unter Australischen Flammenbäumen bieten die Bauern Obst und Gemüse an. Hier kann man Cherimoyas, Baumtomaten, Maracujas, Guaven, Papayas oder Surinamkirschen probieren.

 

Auch die Blumenfrauen und andere Händler bieten ihre Ware an. Am Ende der Markthalle wartet der interessanteste Teil - der Fischmarkt. Dort gibt es eine madeirische Spezialität - den Espada (Degenfisch), der mit langen Angeln aus etwa 1.000 m Meerestiefe gezogen wird. Fischliebhaber werden sich diese Delikatesse nicht entgehen lassen.

 

Der Botanische Garten

Der anschließende Stadtrundgang führt u.a. zum Hafen, durch die Altstadt und zur Kathedrale.

Höhepunkt ist der Spaziergang durch den botanischen Garten mit mehr als zweitausend exotischen Pflanzen aus allen Erdteilen, darunter Orchideen, Strelitzien, Flamingoblumen, Magnolien, Azaleen, Bromelien, Kakteen, Farne und Palmen.

 

Der berühmte Madeirawein

 

Als Abschluss genießen wir noch eine Weinverkostung der besonderen Art: der berühmte Madeirawein ist schließlich kein Wein, den man einfach so zum Essen trinkt, sondern ein Dessertwein mit einer ganz speziellen Reifung - und damit auch ein schönes Mitbringsel.

Vom trockenen Sercial über Verdelho (halbtrocken) und Boal (halbsüß) bis hin zum süßen Malvasia wird natürlich alles probiert.

Die Südküste Madeiras

 

Unser Ausflug am nächsten Tag führt uns entlang der Südküste zu den Küstenstädtchen Camara de Lobos und Ribeira Brava.

Dazwischen besuchen wir die spektakuläre Felsklippe Cabo Girao, wo man fast 600 Meter senkrecht in die Tiefe schauen kann, aber auch einen fantastischen Ausblick auf die Südküste hat.

 

 

 

Fahrt entlang der Nordküste

Nach einer beeindruckenden Fahrt über das Gebirge und entlang der Nordküste gelangen wir nach Porto Moniz am Ende der Insel im Nordwesten. Hier liegen die schönsten Meerwasser-Schwimmbecken von Madeira - bei Sonnenschein sollte man auf keinen Fall die Badesachen vergessen.

Monte und das Nonnental

Ein weiterer Höhepunkt im Programm ist immer der Besuch des Hausbergs von Funchal in Monte mit der barocken Wallfahrtskirche Nossa Senhore do Monte, in der der letzte Kaiser Österreichs, Karl von Habsburg, beigesetzt wurde.

Außerdem hat man von hier oben einen herrlichen Blick über die Stadt. Unterhalb der Kirche beginnen dann die berühmten Korbschlittenfahrten, ein Spaß, der weltweit einmalig ist.

Das nächste Ziel ist das romantische Nonnental mit dem abgelegenen Dorf Curral das Freiras. Schon die Zufahrtsstraße ist ein Abenteuer und der Aussichtspunkt etwa 800 m über dem Tal ist sehr lohnenswert, bevor der Ausflug mit einem typisch madeirischen Mittagessen in luftiger Höhe zu Ende geht.

Die Nordostküste Madeiras

Die wohl interessantesten Landschaften der Insel erleben wir beim Ausflug Nord-Ost. Hier besuchen wir zuerst die traditionellen Korbflechter in Camacha, bei gutem Wetter dann auch den Pico do Ariero - mit 1.818 m immerhin der dritthöchste Berg auf der Insel. Wenn wir Glück haben, können wir vom Gipfel die höchsten Berge Madeiras sehen, die aus dem Wolkenmeer herausragen. 

Dann geht es hinab durch die Wolken nach Ribeiro Frio, ein Ausflugsziel bekannt durch seine Forellenzucht. Gegen Mittag erreichen wir Santana an der Nordküste mit seinen historischen strohgedeckten Häusern. Hier gibt es genug Zeit für das Mittagessen und einen kleinen Rundgang.

Am Nachmittag fahren wir dann weiter zu den spektakulärsten Küstenformen Madeiras auf der Halbinsel Ponta de São Lourenço im Nordosten, geschützt als Naturreservat.

Levadas - Bewässerungskanäle

Eine architektonische Spezialität Madeiras und besonders beliebt bei den Wanderurlaubern, sind die Levadas. Das sindBewässerungskanäle, die das Wasser von der regenreichen Nordseite der Insel in die trockeneren Gebiete im Süden und auf die Felder transportieren. Neben dem offenen Kanal verläuft meist ein Fußweg, auf dem man ohne große Anstrengungen in die entlegensten Gebiete der Inselwelt vordringen kann.

Bei einer gemütlichen, halbtägigen Wanderung folgen wir zwei Levadasentlang einer artenreichen und  üppigen Vegetation.

Exklusive Freizeittipps

Unsere Ausflüge vermitteln unseren Gästen einen guten Überblick über die Insel. Da auch ausreichend Freizeit eingeplant ist, kann dann jeder ganz individuell vertiefen, was ihm am besten gefallen hat. Für den freien Tag empfehle ich natürlich zuerst Funchal, mein Tipp: mit der Panorama-Seilbahn auf den Hausberg Monte fahren und dort den tropischen Garten besuchen, den "Jardim Tropical Monte Palace".

Beliebt sind auch die Schiffstouren entlang der Küste vor der Stadt: Man kann wählen zwischen der "Santa Maria" (Nachbau des Flaggschiffs von Kolumbus) und mehreren Katamaranen, die zur Delfinbeobachtung aufs Meer hinausfahren. Auch hier gilt: bei schönem Wetter die Badesachen mitnehmen, man kann vom Schiff / Boot aus ein Bad im Atlantik nehmen.

Sehr schön ist die Uferpromenade, die vom Lido in Funchal-West mittlerweile bis nach Camara de Lobos führt. Auf dieser etwa zweistündigen Küstenwanderung passiert man auch mehrere Schwimmbäder, einige Restaurants und den längsten Strand von Madeira.

Es gibt natürlich noch viel mehr zu sehen und zu erleben - deshalb können die örtliche Reiseleitung und ich, Ihnen vor Ort noch mehr passende Tipps geben.

 

Ihr Reiseleiter Eckhard Rothe

Ausgewählte Fotos & Text von Eckhard Rothe


1 Kommentare

Eva-Maria Behnke02. Mai 2021 um 14:50 Uhr

Vielen Dank für diese Reisebeschreibung. Wir waren im März 2018 auf Madeira und können die schönen Eindrücke nur bestätigen - es lohnt sich unbedingt, diese Insel zu besuchen - man ist wie in einer anderen Welt! Leider waren Hin-und Rückflug sehr turbulent, da zuerst die Maschine wegen Nebels über der Landebahn nicht landen konnte und wir nach Porto Santo ausweichen und mit der Fähre nach Madeira fahren mussten. Auf dem Rückflug gab es gerade Streik über dem Luftraum Paris... Aber die Tage auf Madeira waren einfach unvergleichlich schön!

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