Sie haben alle gewartet, dass es wieder losgeht: die Reiseleiterin, der Busfahrer, der Stadtführer, der Kapitän. Und natürlich die Gäste, die die einwöchige Flusskreuzfahrt von Potsdam nach Stralsund gebucht haben. Viele von ihnen hatten sich bereits im vergangenen Jahr Plätze für die Tour auf der MS Katharina von Bora gesichert. Dann kamen die Corona-Pandemie und die Zeit der Ungewissheit:
Werden die geplanten Abstecher nach Polen möglich sein? Welche Einschränkungen wird es auf dem Schiff und bei den Landgängen geben?

"Ihr seid die Ersten."

Einem Paar unter den rund 60 Kreuzfahrern ist das alles ziemlich egal: Es ist auf Hochzeitsreise. Nur einen Tag vor Reiseantritt hatten Sylvia Bender und Heiko Schmidt in Schwarzenberg geheiratet – heimlich. Nicht einmal die Familie war eingeweiht. „Wir wollten eigentlich auf der Donau urlauben, aber das ging nicht, und da haben wir diese Tour gefunden“, sagen die frisch Vermählten. Sie wollen einfach abschalten, entspannen und alles genießen, was kommt. 

Von Potsdam geht es für die Gäste also an die Ostsee. Die Route führt über die Havel, den Oder-Havel-Kanal und die Oder bis zum Stettiner Haff. Die „Katharina von Bora“ ist ein familiäres, in Tangerhütte gebautes Motorschiff. Bei einer Geschwindigkeit von 12 bis 16 km/h zieht die grüne Uferlandschaft fast wie in Zeitlupe vorbei. „Es ist eine interessante Route mit Natur und Kultur gleichermaßen“, sagt Gast Ralf Becker aus Chemnitz. 

Wo immer das Schiff Station macht, stets hören die Urlauber einen Satz: „Ihr seid die Ersten nach Corona.“
Stadtführer Wolfgang führt in Potsdam durch die Schlösser von Cecilienhof und Sanssouci. Bogdan zeigt den Besuchern die Hafenstädte Szczecin (Stettin) und Swinoujoecie (Swinemünde) sowie das von Deutschen geschätzte Ostseebad Misdroy auf der polnischen Insel Wollin. Natürlich ist Corona noch nicht überstanden.

Sicherheit geht vor!

Deshalb gelten an Bord ein paar besondere Regeln: Abstandsgebot, regelmäßiges Hände desinfizieren, tägliche Fieberkontrolle nach den Ausflügen mit dem Schnelltester – alles halb so wild. Dass die Toiletten in den öffentlichen Bereichen geschlossen sind, stört auch nicht wirklich. Schließlich hat jeder seine Toilette auf der Kabine, und die Wege auf dem Schiff sind nicht weit. Rasch haben sich alle an die Vorschriften gewöhnt. 

Zur Hälfte der Reise gibt es ein kleines Bergfest. Das „Opernale Hafentrio“ tritt auf dem Schiff auf – mit plattdeutschem Humor und deftigen Seemannsliedern. Da spricht schon niemand mehr über Masken und Bedienung am Frühstücksbüfett. „Das ist zwar alles umständlich“, sagt das Ehepaar Müller aus Zwickau. „Doch wir sind froh, dass die Reise stattfindet.“

Schiffsarzt Dr. Claus-Dieter Bauersfeld kommt aus Bad Orb und staunt, wie schön es im Osten Deutschlands ist. Bisher war er eher international auf großen und kleineren Schiffen unterwegs. Und er ist erleichtert, dass Crew und Passagiere nahezu reibungslos mit den Corona-Einschränkungen klarkommen. So muss er kaum eingreifen.

Die Highlights der Reise

Binz © Ulf Boettcher, Tourismusverband Mecklenburg Vorpommern e.V.
Binz © Ulf Boettcher, Tourismusverband Mecklenburg Vorpommern e.V.
Kathrin Krüger-Mlaouhia auf Usedom
Selliner Seebrücke © Ulf Boettcher, Tourismusverband Mecklenburg Vorpommern e.V.
Selliner Seebrücke © Ulf Boettcher, Tourismusverband Mecklenburg Vorpommern e.V.
Riesenrad im Hafen von Strahlsund
Riesenrad im Hafen von Strahlsund
Vitte auf der Insel Hiddensee
Vitte auf der Insel Hiddensee
Planwagenfahrt auf Hiddensee
Planwagenfahrt auf Hiddensee
Moderne Architektur in Stettin
Moderne Architektur in Stettin
Stettin © fotopolska
Stettin © fotopolska

Zum Ausflugsprogramm gehören auch die Kaiserbäder Heringsdorf und Ahlbeck auf Usedom sowie Binz und Sellin auf Rügen. Die Gäste können auf den Seebrücken spazieren und die Kreuzfahrer genießen die Aussicht vom Kreidefelsen Königsstuhl und sind neugierig auf die Hafenstädte Greifswald und Stralsund. Und es bleibt auch Freiraum für eigene Entdeckungen.

Gegen Ende der Reise erreicht das Schiff die Insel Hiddensee – für viele Passagiere der Höhepunkt. In Vitte warten bereits die Pferde Cesar und Cosma, gemütlich geht es dann im Planwagen auf schmalen Wegen über die langgestreckte Insel. Unterwegs wird ein Stopp eingelegt, um den typischen Sanddorn-Likör zu verkosten. Und dann ist eine Woche auch schon vorüber. Nach über 500 Kilometern erreicht das Schiff den Hafen von Stralsund.

"Es geht weiter!"

„Nach diesem Neustart können wir endlich die nächsten Reisen vorbereiten“, sagt Axel Schmidt, Geschäftsführer von sz-Reisen. Bis jetzt war der Veranstalter vor allem mit Absagen, Umbuchungen und Rückzahlungen beschäftigt. "Anfang Juli starten dann auch die ersten Busreisen an die Nordsee und in die Masuren.
Am 20.07. erscheint außerdem unser neuer Katalog mit vielen Terminen und Reisehighlights bis Herbst 2021."

Auch 2021 geht es mit der MS Katharina von Bora wieder von Potsdam an die Ostsee - und das gleich zwei Mal ganz exklusiv für Sie! Denn für diese zwei Termine mieten wir wieder das ganze Schiff ausschließlich für unsere Gäste. Sichern Sie sich also jetzt schon Plätze auf unseren neuen Terminen - einfach auf der Webseite, im Reisebüro oder über die kostenlose Hotline
0800 250 00 00. 

Text von Kathrin Krüger-Mlaouhia
Fotos von Kathrin Krüger-Mlaouhia, sz-Reisen u.a.


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