Bereits beim Landeanflug auf Osaka erblickt man die malerische Seto-Inlandsee, die sich zwischen Japans Hauptinsel Honshu und der touristisch weitaus weniger erschlossenen Insel Shikoku erstreckt. Durch das milde Klima wird dieser Teil Japans auch „Ägäis des Ostens“ genannt und die lokalen Gaumenfreuden sind durch die hier gedeihenden Zitrusfrüchte, Kakipflaumen sowie reichen Fischbestände geprägt. Austern und Kugelfisch werden zusammen mit Sake (japanischer Reiswein) genossen, der in den Präfekturen der Region Setouchi gebraut wird.

Der Kousanji Tempel

Herkömmliche Japanreisen führen entlang der sogenannten „Goldenen Route“ und decken so die weltbekannten Highlights wie Tokyo, Kyoto, Hakone und Osaka ab. Doch Japan hat so viel mehr zu bieten und die Region Setouchi wartet mit Kulturschätzen auf, die abseits der Touristenströme die spirituelle und ursprüngliche Natur des Landes wiederspiegeln.

Buddhistische Tempelarchitektur der Spitzenklasse bietet der Kousanji Tempel auf der idyllischen Insel Ikuchijima. Umgeben von einem pittoresken japanischen Garten, hat der Besucher die Möglichkeit, eine Sammlung an Skulpturen und Gemälden zu bewundern und im symbolischen Sinn beim Durchlaufen der unterirdischen Höhlengänge in die Hölle hinabzusteigen. Am Ende des Wiederaufstiegs befindet sich der „Berg der Hoffnung“, eine mit 3.000 Tonnen Carrara-Marmor gestaltete Anhöhe, die von Oliven- und Zitrusbäumen umsäumt einen Hauch von Italien versprüht.

Die Insel Ikuchijima

Die Insel Ikuchijima erreicht man am besten per Fähre von Onomichi aus. Die Überfahrt dauert ca. 40 Minuten und bietet eindrucksvolle Ausblicke auf die wunderschöne Küste sowie die üppig grün bewachsenen Nachbarinseln. Ikuchijima bietet zudem einen günstigen Einstieg in den 70 Kilometer langen Radweg Shimanami Kaido, der Japans Hauptinsel Honshu über Mukaishima, Innoshima, Ikuchijima, Omishima, Hakatajima and Oshima hinweg mit der Insel Shikoku verbindet. Die Brücken und Straßen dieser malerischen Route wurden 1999 fertiggestellt und sind dementsprechend modern und äußerst komfortabel befahrbar. Auf der Route befinden sich zahlreiche Radterminals mit angegliederter Werkstatt, kleinen Bistros, Toiletten und Wasserstationen. Die landschaftlich einzigartige Gegend lässt sich per Velo auf eindrucksvolle Art und Weise erleben. Allerhand Tempel, Museen und Aussichtspunkte sorgen für Abwechslung. Zudem laden traumhafte Sandstrände zum Baden ein.

Traditionelles Handwerk

Lokales Handwerk wird in Setouchi großgeschrieben! Kleine Hotels in weniger bekannten Ortschaften bieten ihren Gästen Einführungskurse in traditionell japanische Künste, wie Origami (Kunst des Papierfaltens), Kalligraphie (Kunst des Schönschreibens) oder das Bemalen japanischer Papierlaternen (Chōchin). Neben dem Eintauchen in Jahrhunderte alte Überlieferungen, eignen sich die entstandenen Kunstwerke perfekt als Souvenirs, die daheim einen Hauch von Japan verbreiten werden.

In Bizen, bekannt durch die dort hergestellte Bizen-Keramik, haben Touristen die Möglichkeit, selbst Vasen, Becher, Schüsseln und/oder Teller aus eisenhaltigem Ton herzustellen, welcher der Keramik eine dunkelrote bis kastanienbraune Färbung verleiht. Idealerweise werden die Endprodukte nach dem Brand an die Heimatadresse der Kunden versendet. Ein Service, der Scherbenhaufen in Koffern vorbeugt. 

Kulinarische Highlights

Neben einer unzählbaren Vielfalt an Fischgerichten, ist die zur Region Setouchi gehörende Hafenstadt Kobe Namensgeber für das weltbekannte Kobe-Rind. Traditionellerweise genießt man das teuerste Fleisch der Welt (1 kg kostet etwa 500-600 EUR) vom Teppanyaki Grill, zusammen mit etwas Knoblauch, Salz und regionalem Gemüse. Ein Gaumenschmaus der Extraklasse, der Fleischliebhaber in himmlische Sphären versetzt, denn das Fleisch zergeht förmlich auf der Zunge und bietet einen unvergleichbaren Eigengeschmack.

UNESCO-Weltkulturerbe

Die Region Setouchi kann zudem stolz auf ihre UNESCO Weltkulturerbestätten sein. Bekanntes Fotomotiv ist der förmlich auf dem Wasser schwebende Itsukushima-Schrein vor den Toren Hiroshimas. Von der dunklen Geschichte der Region erzählt die Atombombenkuppel im Zentrum der Stadt. Die damalige Industrie- und Handelskammer von Hiroshima erinnert in Form einer Ruine an den Atombombenabwurf im 2. Weltkrieg. Beliebte Filmkulisse bildet die Burg Himeji, auch „Burg des Weißen Reihers“ genannt. Sie gilt als eines der attraktivsten Beispiele des japanischen Burgenbaus, der für seine aufwendigen Holzkonstruktionen bekannt ist.

Entspannen im Onsen

Sogenannte Onsen sind in dieser Region, ähnlich wie im ganzen Land, sehr beliebt. Diese Art von Thermalbädern werden von natürlichen heißen Quellen gespeist und sind stets in zwei Bereiche (Männer und Frauen getrennt) unterteilt. Bevor man in die warmen Wasserbecken steigt, wäscht man sich gründlich im Sitzen ab. Sämtliche Verhaltensregeln sind auch stets bebildert am Eingang des Onsen zu finden.

Mein Fazit

Alles in allem ist festzuhalten, dass die Region Setouchi mehr als nur einen Besuch wert ist! Die Fülle an Kulturschätzen, erlebbarer Alltagskultur, Naturerlebnissen und Kulinarik ist schier grenzenlos. Wer Japan hautnah und authentisch erleben will, sollte nach Setouchi reisen. 

Auf unserer aktuellen Tour durch Japan haben wir die Burg Himeji, Hiroshima und den Itsukushima Schrein als Programmpunkte dabei. Nach dieser sehr inspirienden Inforeise schwebt mir nun vor, eine Aktivreise in die Region Setouchi zu entwickeln. Seien Sie also gespannt auf unseren neuen Katalog 2021. 

Ihre Dörte Dürfeld, Produktmanagerin Asien

Fotos & Text von Dörte Dürfeld


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