Steile Felsen, duftende Zitronenhaine und das tiefblaue Mittelmeer – die Amalfiküste zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Unsere Reisebegleiterin Emily Kluge berichtet von traumhaften Wanderwegen, spektakulären Ausblicken und einer guten Portion italienischem Dolce Vita.
Bei dieser Reise hatten nicht nur die Kamera, sondern auch die Wanderschuhe einiges zu tun.
Tag 1: Anreise
Nach einem angenehmen Flug ab Dresden über Zürich landeten wir am Nachmittag in Neapel. Von dort aus brachte uns ein Bus in das etwa 90 Minuten entfernte Agerola. Bereits während der Fahrt konnten wir die beeindruckende Schönheit der Region bewundern: Rechts eröffnete sich uns der Blick auf den glitzernden Golf von Neapel, während links der mächtige Vesuv die Landschaft dominierte. Der berühmte Vulkan prägt das Bild der Gegend auf ganz besondere Weise und verlieh der Fahrt eine eindrucksvolle Kulisse.
Über die Bergkette der Monti Lattari hinweg erreichten wir schließlich unser Hotel „Grand Hotel St. Orsola“ in Agerola. Das aufgeschlossene und äußerst freundliche Hotelpersonal begrüßte uns herzlich. Schon beim ersten Blick auf die Lage des Hotels kamen wir aus dem Staunen kaum heraus: Hoch über der Amalfiküste gelegen, bot sich uns ein atemberaubender Ausblick über das gesamte UNESCO-Weltkulturerbe und das tiefblaue Meer.
Gemeinsam unternahmen wir anschließend noch einen kleinen Spaziergang durch das beschauliche Örtchen, um die Umgebung besser kennenzulernen und erste Eindrücke zu sammeln. Die kleinen Gassen, die ruhige Atmosphäre und die frische Bergluft machten diesen ersten Abend zu etwas Besonderem.
Den Tag ließen wir schließlich bei einem 4-Gänge-Menü ausklingen. In gemütlicher Runde lernten wir uns alle besser kennen und freuten uns auf die kommenden Tage an der wunderschönen Amalfiküste.
Tag 2: Wanderung zum „Convento di Cospita“
Am zweiten Tag starteten wir direkt mit unserer ersten Wanderung. Gemeinsam mit unserer örtlichen Wanderreiseleiterin Andrea, die uns während der gesamten Woche begleitete, machten wir uns vom Hotel aus auf den Weg. Mit viel Begeisterung erzählte sie uns unterwegs Wissenswertes über die Kultur, Geschichte und die beeindruckende Landschaft der Amalfiküste.
Unser heutiges Ziel war das „Convento di Cospita“, die Ruinen eines antiken Klosters aus dem 11. Jahrhundert. Der Wanderweg führte zunächst über alte steinerne Treppen bergauf und bot immer wieder wunderschöne Ausblicke auf Agerola und die umliegende Berglandschaft. Weiter ging es durch schattige Kastanienwälder und entlang steiler Felswände. Dabei begleiteten uns spektakuläre Panoramablicke auf Amalfi, Ravello und den Golf von Salerno.
Nach etwa zwei Stunden erreichten wir schließlich die romantischen Ruinen des Klosters, das auf einem felsigen Vorsprung des Monte Murillo erbaut wurde. Die abgeschiedene Lage und die besondere Atmosphäre dieses Ortes machten den Moment zu etwas ganz Besonderem. Nach einer kurzen Pause traten wir den Rückweg an und genossen dabei das sonnige Wetter und die herrliche Natur.
Der Nachmittag stand uns anschließend zur freien Verfügung. So bot sich die Gelegenheit, ein italienisches Eis zu genießen, mit dem Bus nach Amalfi zu fahren, einen Spaziergang zum Castello Lauritano zu unternehmen oder einfach die beeindruckende Aussicht vom Balkon unseres Hotels auf die Amalfiküste wirken zu lassen.
Tag 3: Wanderung auf dem „Weg der Götter“
Am dritten Tag erwartete uns der wohl bekannteste und spektakulärste Wanderweg der gesamten Region – der berühmte „Weg der Götter“ („Sentiero degli Dei“). Schon der Name lässt erahnen, welch beeindruckende Landschaft uns bevorstand. Mit dem Bus fuhren wir zunächst nach Bomerano, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung.
Von dort aus führte uns der Weg entlang steiler Berghänge mit immer wieder atemberaubenden Ausblicken auf das tiefblaue Mittelmeer und die Amalfiküste. Bereits nach kurzer Zeit passierten wir die „Grotta del Biscotto“, eine kleine Höhle in den Felsen, die einst als Unterschlupf diente. Der Wanderpfad führte weiter durch terrassenförmig angelegte Weinberge, vorbei an duftenden Kräutern und Zitronenbäumen sowie über alte Eselspfade, die früher wichtige Verbindungswege zwischen den Dörfern waren.
Unser erstes großes Ziel erreichten wir bei einem traditionellen Ziegenhirten hoch oben in den Bergen. Dort organisierte Andrea eine wunderbare Verkostung regionaler Spezialitäten. In gemütlicher Atmosphäre probierten wir selbstgemachten Ziegenkäse, Salami, frisches Brot, Honig und lokalen Wein, alles aus eigener Herstellung. Dazu genossen wir einen fantastischen Blick über die Küste und die Halbinsel von Sorrent. Diese authentische Pause mitten in der Natur war für viele ein besonderes Highlight des Tages.
Gestärkt setzten wir anschließend unsere Wanderung in Richtung Positano fort. Der Abstieg verlangte noch einmal Konzentration und Ausdauer, denn Positano erreichten wir schließlich über mehr als 1000 steinerne Stufen. Nach der Wanderung wurden wir jedoch mit dem einzigartigen Flair des berühmten Küstenortes belohnt. Die bunten Häuser, die engen Gassen und das lebhafte Treiben direkt am Meer machten den Aufenthalt unvergesslich.
Am Abend brachte uns unser Bus entlang der malerischen Küstenstraße zurück nach Agerola. Während der Fahrt konnten wir noch einmal die traumhafte Aussicht auf das Meer und die steilen Felsklippen der Amalfiküste genießen.
Tag 4: Fakultativer Ausflug nach Capri
Am vierten Tag starteten wir bereits früh am Morgen, da uns ein besonderes Highlight der Reise erwartete: die Insel Capri. Mit dem Bus fuhren wir zunächst nach Sorrent, einer lebhaften Küstenstadt mit traumhaftem Blick auf den Golf von Neapel. Von dort aus setzten wir mit der Fähre gemeinsam mit unserer örtlichen Reiseleiterin die Überfahrt nach Capri fort. Schon die Ankunft auf der Insel vermittelte mit ihrem türkisblauen Wasser und den steilen Felsklippen ein ganz besonderes Urlaubsgefühl.
Auf Capri angekommen, ging es mit kleinen Inselbussen weiter hinauf nach Anacapri, dem ruhigeren und höher gelegenen Teil der Insel. Während der Fahrt boten sich bereits beeindruckende Ausblicke auf das Meer und die charakteristische Küstenlandschaft. In Anacapri unternahmen wir zunächst einen Spaziergang zu einem herrlichen Aussichtspunkt, von dem aus man sowohl die gesamte Insel als auch die Halbinsel von Sorrent überblicken konnte.
Anschließend hatten wir Zeit zur freien Verfügung: Einige nutzten die Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang oder eine Wanderung zum höchsten Punkt der Insel, dem Monte Solaro, während andere den Sessellift nahmen und den Blick aus luftiger Höhe genossen. Wer es entspannter angehen wollte, konnte die Zeit nutzen, um durch die kleinen Gassen zu schlendern und das mediterrane Flair zu genießen.
Am Mittag fuhren wir weiter in den Hauptort Capri-Stadt. Dort erwarteten uns elegante Plätze, enge Gassen voller Boutiquen und immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die berühmten Felsformationen und Buchten der Insel. Bei einem Spaziergang konnten wir die besondere Atmosphäre dieses weltbekannten Ortes auf uns wirken lassen.
Nach ausreichend Zeit, Capri auf eigene Faust zu erkunden und die Eindrücke zu genießen, ging es am Nachmittag mit der Fähre zurück nach Sorrent. Von dort brachte uns der Bus schließlich wieder zurück zu unserem Hotel in Agerola – erfüllt von einem erlebnisreichen und eindrucksvollen Tag auf einer der schönsten Inseln Italiens.
Tag 5: Fakultativer Ausflug nach Pompeji und auf den Vesuv
Unser zweiter wanderfreier Tag führte uns in die weltberühmte antike Stadt Pompeji. Nach der Fahrt dorthin erwartete uns bereits unser örtlicher Reiseleiter, der uns mit viel Fachwissen und spannenden Geschichten durch die beeindruckende Ausgrabungsstätte begleitete. Zwischen den gut erhaltenen Straßen, Häusern, Tempeln und Mosaiken bekamen wir einen eindrucksvollen Einblick in das Leben der Römer vor dem verheerenden Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr.
Besonders faszinierend war es, durch die alten Gassen zu gehen und dabei zu erfahren, wie modern und gut organisiert diese Stadt ihrer Zeit war. Unser Reiseleiter zeigte uns dabei die schönsten und bedeutendsten Orte der Anlage und erklärte anschaulich die Geschichte hinter den Ruinen.
Nach einer kurzen Mittagspause setzten wir unsere Fahrt in Richtung Vesuv fort. Dort hatten wir die Möglichkeit, den berühmten Vulkan zu Fuß zu erkunden. Der Aufstieg führte uns entlang der vulkanischen Landschaft bis hin zum Kraterrand, von dem aus sich ein beeindruckender Blick in den tiefen Vulkankessel und über den Golf von Neapel eröffnete.
Tag 6: Wanderung „Valle delle Ferriere“
Unsere heutige Wanderung führte uns von Ravello hinab nach Amalfi. Bereits die Anfahrt mit dem Bus durch Amalfi hinauf nach Ravello war ein Erlebnis für sich, denn wir konnten die beeindruckende Küstenlandschaft und unser heutiges Ziel schon aus der Ferne bewundern.
In Ravello angekommen besichtigten wir zunächst den bekannten Dom von Ravello sowie die eindrucksvolle Villa Rufolo, die mit ihren historischen Gärten und dem traumhaften Ausblick über die Amalfiküste begeistert. Die besondere Atmosphäre dieses hoch gelegenen Ortes machte den Aufenthalt zu einem sehr stimmungsvollen Start in den Wandertag.
Anschließend ging es weiter zu einem kleinen, charmanten Marktplatz. Dort hatte Andrea ein liebevoll vorbereitetes Picknick mit regionalen Spezialitäten für uns organisiert.
Gut erholt starteten wir danach den Abstieg nach Amalfi. Der Weg führte uns über die typischen terrassierten Hänge, vorbei an Zitronenhainen, alten Treppenwegen und immer wieder mit herrlichen Ausblicken auf das Meer und die Küste.
In Amalfi angekommen besichtigten wir noch den beeindruckenden Dom von Amalfi mit seiner markanten Fassade und der großen Freitreppe im Zentrum der Stadt. Anschließend hatten wir noch etwas Freizeit, um durch die engen Gassen zu schlendern, das maritime Flair zu genießen oder einfach am Hafen zu verweilen, bevor wir den erlebnisreichen Tag ausklingen ließen.
Tag 7: Wanderung zum „Convento del Tre Calli“
Unser letzter Wandertag stand ganz im Zeichen eines besonderen Höhepunkts der Woche. Von Bomerano aus machten wir uns auf den Weg zum „Monte Tre Calli“, der mit rund 550 Höhenmetern Aufstieg eine etwas anspruchsvollere, aber lohnende Tour versprach.
Der stetige Anstieg führte uns durch eine eindrucksvolle Berglandschaft der Monti Lattari, vorbei an mediterraner Vegetation und immer wieder begleitet von weiten Ausblicken auf die Küste. Trotz der Anstrengung wurde jeder Schritt mit zunehmender Höhe spektakulärer, bis wir schließlich den Gipfel erreichten.
Oben angekommen wurden wir mit einem herrlichen 360-Grad-Panorama belohnt: Der Blick reichte über die gesamte Amalfiküste bis hin zum Golf von Neapel. In dieser einzigartigen Kulisse legten wir eine wohlverdiente Pause ein und genossen unsere mitgebrachten Sandwiches – ein einfacher Moment, der durch die Aussicht zu etwas ganz Besonderem wurde.
Nach der Rast begann der Abstieg über einen schönen Panoramaweg zurück nach Bomerano. Der Rückweg bot noch einmal zahlreiche Gelegenheiten, die Landschaft in Ruhe auf sich wirken zu lassen und die Eindrücke der Wanderwoche Revue passieren zu lassen.
Am Abend ließen wir unsere Reise in entspannter Atmosphäre ausklingen, bei einem gemeinsamen Glas Limoncello, dem typischen Zitronenlikör der Region. So fand eine erlebnisreiche und eindrucksvolle Wanderwoche an der Amalfiküste ihren perfekten Abschluss.
Tag 8: Heimreise
Voller unvergesslicher Eindrücke und schöner Erinnerungen traten wir schließlich unsere Heimreise an. Von Neapel aus ging es zunächst mit dem Flugzeug über München zurück nach Dresden.
Text und Fotos von Emily Kluge
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