Zwischen imposanten Wolkenkratzern, grünen Berglandschaften und traditionellen Fischerdörfern entdeckt unsere Reisegruppe die überraschend vielseitige Seite Hongkongs. Anspruchsvolle Wanderungen, eindrucksvolle Ausblicke, buddhistische Tempel und kulinarische Erlebnisse machen die Reise zu einer abwechslungsreichen Mischung aus Natur, Kultur und Großstadtflair.
Begleitet wird die Gruppe von Reiseleiterin Gabriele Fleischer, die mit ihrem Wissen und ihren persönlichen Eindrücken Kultur, Vergangenheit und Besonderheiten Hongkongs lebendig vermittelt.
So entdecken wir die Metropole weit über die bekannte Skyline hinaus – als faszinierende Verbindung aus Tradition, urbanem Leben und eindrucksvoller Natur.
Tag 1: Ankunft
Der erste Tag unserer Hongkong-Reise beginnt mit einem beeindruckenden Blick aus der obersten Etage unseres Hotels Harbour Grand in Kowloon, wo sich die Skyline von Hongkong n den Scheiben spiegelt. Von dort aus machen wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zur nahegelegenen Fähre und fahren über das Wasser hinüber nach Hongkong Island – eine kurze, aber eindrucksvolle Fahrt, bei der sich die Stadt mit ihren Wohntürmen aus einer neuen Perspektive zeigt.
Angekommen im geschäftigen Zentrum erkunden wir den zentralen Platz, der einst nach der englischen Königin Victoria Square benannt wurde, umgeben von imposanten Hochhäusern und pulsierendem Stadtleben. Ein Highlight ist die Fahrt mit der Tram hinauf auf den Peak in 552 Meter Höhe, von wo aus sich ein spektakulärer Blick über Victoria Harbour und die Skyline eröffnet. Beim anschließenden Fußmarsch bergab tauchen wir tiefer in die lebendigen Viertel ein und kommen schließlich zu einer der längsten Rolltreppen der Welt. Ganze 800 Meter ist diese über mehrere Teilabschnitte geteilte Treppe lang und verbindet untere mit oberen Wohnvierteln. Arbeiter und Angestellte nutzen dieses Fortbewegungsmittel auch, um morgens von oben hinab zu ihren Arbeitsstellen zu kommen und nachmittags wieder hinauf. Gemeinsam mit den Hongkongern fahren wir auf einigen Abschnitten der Treppe aufwärts und beobachten das geschäftige Treiben.
Dim Sum gibt es zum Mittagessen in einer der typischen Garküchen – kleine, kunstvoll zubereitete Teigstücke mit unterschiedlichen Füllungen wie Schweinefleisch, Ei, Garnelen und frischem Gemüse, frittiert oder gedämpft. Serviert in dampfenden Bambuskörbchen sind sie nicht nur ein kulinarisches Highlight, sondern auch ein fester Bestandteil der lokalen Esskultur, der den authentischen Geschmack Hongkongs auf ganz besondere Weise widerspiegelt.
Tag 2: Wanderung mit Ausblicken über Sai Kung
Am nächsten Tag steht eine etwa neun Kilometer lange Wanderung vom Ma On Shan Country Park über den Sai-Kung-Pass hinab zum Fischerhafen von Sai Kung an. Vom Highland Plateau sieht man nicht nur mutige Paragleiter, sondern hat bei einigermaßen klarem Wetter einen wunderschönen Blick auf die Bucht von Sai Kung und die Clearwater Bay. Auch hier probieren wir typische chinesische Speisen wie Lobster mit Knoblauch, gebratenen Reis, gedämpften Fisch, frittierten Tintenfisch, Bohnensprossen und Singapore Nudeln. Wie überall in den Gaststätten üblich, wird für unsere Gruppe von zuvorkommenden Kellnern in einem gut besuchten Restaurant eilig ein runder Tisch aufgebaut, wo all die Schüsseln und Teller mit den verschiedenen Speisen Platz finden.
Tag 3: Zwischen verlassenen Dörfern und Meeresbuchten
Wandertag Nummer drei führt uns beim fakultativen Ausflug vom Sai Kung Country Park über zwei Hügel zur Küste des Südchinesischen Meeres bis Pak Tam Au. Wir erwandern uns einen Teil der zweiten Etappe des MacLehose Trails oberhalb der Küste, immer steil bergan und bergab. Angekommen in der ersten Bucht Tai Long Sai Wan machen wir am Sandstrand halt, wo einige baden und die Wellen genießen, andere mit den Füßen das Wasser testen. Dort gehen wir im Strandimbiss Mittag essen mit wiederum typischen chinesischen Gerichten wie Senfkohl Pak Choi, gebackenen Hähnchenflügeln, Nudeln mit verschiedenen Zutaten, Reis mit Ei und Ingwer sowie Kalamaris.
Wir durchqueren ein verlassenes Dorf, in dem bis in die 1970er Jahre Reisbauern wohnten, heute aber nur noch ein Imbiss und Surfer sowie zu vermietende Zelte sichtbar sind. Noch sind überall auch Mauerreste der einstigen Reisterrassen zu sehen. Inzwischen kommen landwirtschaftliche Produkte nur noch aus China. Weiter geht es über den nächsten Hügel, immer mit fantastischen Aussichten aufs Meer, zur Bucht Check King, wo im gleichnamigen Dorf ebenfalls bis in die 1970er Jahre Schmuggler lebten, die die Meerenge hier und vorgelagerte Inseln zum illegalen Handel mit China genutzt haben. Auch hier gibt es kaum Nachnutzer. Viele Häuser hat die Natur zurückerobert. Im Wasser wachsen kleine Mangroven. Eine Schule aus den 1950er Jahren und eine Kapelle scheinen noch in einem guten Zustand. Aber keiner der Nachfahren kommt zurück, um mühsam wieder alles aufzubauen. Eine Anfahrt mit größeren Baufahrzeugen ist hier durch die engen Wege unmöglich.
Nach einem zwölf Kilometer langen Marsch steigen wir in Pak Tam Au in den Bus. Zweimal umsteigen, dann sind wir zurück am Hotel in Kowloon. Unterwegs sehen wir noch die aufwendige Arbeit beim Aufbau der hier typischen Bambusgerüste an Hausbaustellen. Kunstvoll werden die Stäbe mit festem Band miteinander verbunden.
Tag 4: Über den Lantau Peak nach Tai O
Am folgenden Tag führt uns die Reise zur Insel Lantau, wo wir von Pak Kung Au zur anspruchsvollsten Etappe unserer Hongkong-Tour aufbrechen. Über unzählige hohe Naturstufen besteigen wir den Lantau Peak (mit 934 Meter ü M. der zweithöchste Gipfel Hongkongs) und überwinden einen Höhenunterschied von 838 Meter, den wir in einer reichlichen Stunde bewältigen. Es gibt eine Alternativroute mit nur 381 Höhenmeter, die die Hälfte der Gruppe wählt. Immer wieder schweifen aus der Höhe die Blicke rundum, so auch zum Meer und zu dem auf einer künstlichen Insel entstandenen und 1998 eröffneten Flughafen sowie die umliegenden Bergzüge.
Beim Abstieg, für den wir nur wenig schneller sind, sehen wir in der Ferne die 26 Meter hohe Tian Tan Buddha-Statue aus den 1990er-Jahren – es soll die größte sitzende Buddhastatue der Welt sein. Sie steht auf dem Ngong-Ping-Plateau mit dem 1928 eröffneten Po-Lin-Kloster sowie dem Tian-Tan-Tempel. Über 260 Stufen führt der Weg hinauf zu der monumentalen Statue, vor der auf einem Podium sechs Bodhisattvas stehen. Sie symbolisieren die sechs Wege der Erleuchtung, dargestellt durch verschiedene Opfer.
In der Tempelküche werden wir mit vegetarischen Gerichten versorgt, bevor wir vom Kloster – das von zahlreichen kleineren Tempelanlagen umgeben ist – weiter nach Tai O fahren. Das lebendige Fischerdorf gilt als älteste Siedlung auf Lantau und ist Heimat der Nachfahren des Tanka-Volkes, südwestchinesischer Migranten. Viele der Häuser stehen auf Stelzen, um sich vor Hochwasser zu schützen, was Tai O den Beinamen „Venedig Hongkongs“ eingebracht hat. Zurück geht es mit Bussen und U-Bahn.
Tag 5: Freizeittag zwischen Inselidylle und Skyline
Am Freizeittag bricht ein Großteil der Gruppe gemeinsam auf und setzt mit der Fähre von Kowloon nach Central auf Hongkong Island über. Von dort geht es weiter zur Insel Cheung Chau, die mit ihren nur 2,5 Quadratkilometern und rund 28.000 Einwohnern als die am dichtesten besiedelte Insel Hongkongs gilt. Entlang der Uferpromenade reihen sich zahlreiche chinesische Restaurants aneinander, die mit regionalen Spezialitäten zum Verweilen einladen. Auffällig ist die große Zahl an Fahrrädern, die hier – anders als im übrigen Hongkong – allgegenwärtig sind, auch wenn sie aufgrund der kurzen Wege, Treppen und felsigen Abschnitte kaum wirklich notwendig erscheinen.
Auf dem Rückweg über Central nach Kowloon besuchen wir ein traditionelles Warenhaus sowie einen Vogel- und Blumenmarkt, die einen lebendigen Einblick in den Handel der Stadt bieten. Am Abend lassen wir den Tag gemeinsam ausklingen und genießen in Begleitung unserer örtlichen Reiseleiterin Gabi Baumgartner eine köstliche Auswahl chinesischer Spezialitäten, darunter Pekingente. Den krönenden Abschluss bildet ein Besuch im Harlan’s Restaurant in der 19. Etage des Hochhauses „The One“ an der Nathan Road: Hier eröffnet sich uns ein eindrucksvoller Blick auf das nächtliche Hongkong, hinüber nach Hongkong Island, das International Commercial Centre (ICC), mit 484 Meter über 108 Etagen das höchste Gebäude Hongkongs, und über das Hafenbecken, in dem sich die Lichter spiegeln.
Tag 6: Natur und Geschichte am Südchinesischen Meer
Vorletzter Tag in Hongkong: Vom Plover Cove Country Park geht es durchs Tal entlang eines Baches zu einer Bucht des Südchinesischen Meeres bis zu dem in den 1970er Jahren bewohnten Hakka Dorf Lai Chi Wo. Hakka ist nicht nur eine chinesische Sprache, sondern auch ein Volksstamm. Die Dorfbewohner, die hier einst Reis anbauten und in der Meeresbucht Perlmuscheln sammelten, verließen ihren Heimatort nach dem Niedergang der Landwirtschaft und wanderten in die USA aus. Sie kommen aber alle zehn Jahre hierher, um sich zu treffen und zu feiern. Dank ihrer Initiative und Spenden wird ihr Heimatdorf durch Projektgruppen Stück für Stück instandgesetzt und u. a. bereits für kleine Restaurants und ein Museum genutzt.
Unterwegs sehen wir wild lebende Rinder, deren Vorfahren als Lastentiere genutzt und mit dem Ende des Reisanbaus freigelassen wurden, sowie im Wasser wachsende Mangroven und Kapok-Bäume mit ihren roten Blüten. Diese wachsen auch an Straßen und bilden Baumwolle, die die Hongkonger zum Stopfen von Kissen nutzen. Nach einem etwa neun Kilometer langen Marsch sind wir an der Küste am Marine Park Yan Chau Tong, wo uns ein für die Gruppe bestelltes kleines Schnellboot erwartet.
Durch die Meerenge geht es auf die andere Seite. Unterwegs steht ein Schiff mit Grenzposten, die Papiere der zweiköpfigen Schiffsbesatzung kontrollieren. Grund ist die Grenze zum nahe gelegenen chinesischen Festland, von dem man in der Ferne riesige Kräne eines Hafens und Containerschiffe sieht. Nach einer halben Stunde rasanter Fahrt, die uns noch an Felsformationen vorbeiführt, von denen eine wie eine Hand aussieht, sind wir am Ufer unterhalb des Universitätsgeländes von Hongkong. Mit einem gecharterten Bus fahren wir etwa eine halbe Stunde ins Hotel zurück, wo wir gegen 18 Uhr ankommen.
Tag 7: Lion Rock und Nan Lian Garden
Am letzten Ausflugstag vor dem Abflug erwartet uns noch einmal ein eindrucksvolles Kontrastprogramm: der Aufstieg auf den 495 Meter Lion Rock Peak und der Besuch des buddhistischen Nan Lian Garden, die größte chinesische Gartenkunstanlage in Hongkong. Erlebnisse, die die Vielfalt Hongkongs zwischen urbaner Weite und stiller, traditioneller Gartenkunst auf besondere Weise vereinen. Es war eine rundum gelungene Reise mit überraschenden Wanderangeboten in einer landschaftlich abwechslungsreichen Region.
Text und Fotos von Gabriele Fleischer.
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