Wanderreisen - was sollte man mitnehmen?

sz-Wanderreisen sind im Vergleich zu den Aktiv-Reiseveranstaltern bewusst weniger anstrengend, die Wanderungen mit meist nur 3 bis 4 Stunden auch kürzer, es gibt auch mehr Pausen.

Aber wir sind genau wie die Sportwanderer auf den gleichen Pfaden, den schönsten Wegen der Region unterwegs, also meist draußen in der Natur, oft abseits von gebauten Wegen. Da gibt es immer mal steile Abschnitte, da liegt Geröll herum, manchmal sind die Trampelpfade nass und rutschig oder wir müssen ein Bächlein überqueren.

Also brauchen wir genau wie die Profis gute Schuhe und geeignete Bekleidung. Deshalb habe ich aus meiner Erfahrung einige Empfehlungen für eine vernünftige Ausrüstung aufgeschrieben.

Wanderschuhe und Bekleidung

Wanderschuhe sind der wichtigste Ausrüstungsgegenstand. Bei allen anderen Sachen kann man Kompromisse machen, bei den Schuhen sollte man nicht sparen.

Gute knöchelhohe Wanderschuhe schützen und entlasten den Fuß und garantieren Trittsicherheit. In der Ausschreibung wird extra darauf hingewiesen, denn unsere Wanderführer können Gäste ohne geeignete Schuhe von der Tour ausschließen - und sie machen das auch!

Für unsere Wanderungen sind leichte bis klassische Wanderschuhe / Bergstiefel erforderlich, das entspricht z.B. beim Schuhhersteller Meindl den Kategorien A/B und B. Wichtig sind eine gute Passform sowie griffige und rutschfeste Profilsohlen. Außerdem sollten sie gut eingelaufen und nicht zu schwer sein. Ob sie auch wasserdicht sein müssen, ist Geschmackssache. Ein guter Lederschuh OHNE Membran tut es auch.

Wichtig ist eine leichte Wetterjacke. Wir wandern nicht bei Dauerregen, aber einen Schauer muss die Jacke schon aushalten. Die andere Funktion ist der Windschutz - auf den Bergen und auch an Küsten gibt es oft eine steife Brise. Moderne Materialien wie GORE-TEX bieten neben Regen- und Windschutz auch noch den Vorteil, dass mehr oder weniger Schweiß entweichen kann.

Sehr angenehm läuft man mit Funktionsunterwäsche, da sie im Gegensatz zu Baumwolle schnell trocknet, wenn man mal ins Schwitzen gekommen ist. Damit die Feuchtigkeit nach außen transportiert werden kann,  braucht man dann aber auch atmungsaktive Kleidung darüber, also Hemd und  Jacke.

Ganz praktisch ist eine leichte Trekkinghose mit abtrennbaren Hosenbeinen. Früh ist es meist noch frisch, aber mittags wird es im Süden schnell warm, da kann man gut mit kurzen Hosen weiterlaufen.

Zu guter Letzt sollte man auch an eine geeignete Kopfbedeckung denken. Vor allem als Sonnenschutz sind Mütze oder leichter Hut zu empfehlen, aber auch bei Regen wandert man damit besser als mit Kapuze.

 

Rucksack und Co.

Für unsere Wanderungen reicht ein leichter Rucksack mit etwa 20 bis 30 Liter Fassungsvermögen, ein sogenannter Tagesrucksack. Viel mehr als Jacke, Trinkflasche, Mütze, Stöcke und einen Müsliriegel für den Notfall brauchen wir nicht.

Platz für Verpflegung ist nur selten nötig - gerade in Südeuropa kennen unsere örtlichen Wanderleiter viele interessante Orte, um die regionale Gastronomie zu entdecken. Auf Lanzarote oder in Andorra dagegen gibt es nur wenige Möglichkeiten zum Einkehren, hier nehmen wir meist einen Imbiss für unterwegs mit.

Der Rucksack sollte wasserdicht sein und nicht komplett am Rücken anliegen, sondern ein Belüftungssystem aufweisen.

Trekkingstöcke gehören mittlerweile fast zur Standardausrüstung, vor allem zur Entlastung der Kniegelenke beim Abstieg. Wer rüstig ist, sollte die Stöcke aber nicht ständig, sondern nur zur Überwindung anspruchsvoller Passagen nutzen. Erstens hat man dann die Hände frei und zweitens verwöhnt man die Körperbeherrschung und den Gleichgewichtssinn nicht zu sehr. Daher werden heute vorwiegend Teleskopstöcke benutzt, welche zusammengeschoben nur etwa ein halben Meter lang sind und so gut in den Rucksack passen. Wichtig ist das auch beim Flug: viele Länder akzeptieren Wanderstöcke nicht als Handgepäck - deshalb bitte immer im Koffer transportieren!

Ich habe mir angewöhnt, bei normalen Touren nur einen Stock zu nehmen, denn bei den Zickzack-Wegen ist der Stock auf der Bergseite meist im Wege. Außerdem hab ich eine Hand frei und muss nur 250 Gramm auf den Berg schleppen. Die meisten Leute nehmen aber zwei Stöcke.

Wasserflasche: Das muss keine Spezialflasche oder ein Trinksystem sein, die Flasche aus dem Supermarkt tut's auch. Hauptsache, man hat immer was zu trinken dabei.

Soviel zu den notwendigen Dingen. Darüber hinaus habe ich als Reisebegleiter immer noch folgendes einstecken:

Das kann, aber muss nicht sein:

Taschenmesser: Optimal ist ein sogenanntes "Schweizer" Messer mit ein oder zwei Klingen, Flaschenöffner, Korkenzieher, kleinem Schraubendreher und Pinzette. Damit konnten wir schon viele kleine Probleme lösen. Gerade in Südeuropa trifft man schnell mal auf eine Weinflasche - ohne Korkenzieher bleibt das eine trockene Angelegenheit.

Im Süden habe ich immer eine Sonnenbrille dabei.

Kamera: Zum Wandern nehme ich meist eine kleine, gute Kompaktkamera mit, die in die Jackentasche passt. Eine Spiegelreflexkamera vor dem Bauch ist beim Wandern immer hinderlich. Wenn sie aber im Rucksack steckt, dauert es für einen Schnappschuss zu lange.

Wer keine hohen Ansprüche an seine Fotos stellt, ist heutzutage auch mit der Handykamera gut ausgerüstet, manche aktuellen Kameras haben sogar schon SLR-Niveau.

Wanderkarte: Als Reiseleiter muss ich meinen Gästen immer zeigen können, wo wir sind und wo es lang geht. Dafür ist eine Karte anschaulicher und gibt einen größeren Überblick als ein Smartphone-Display. Als Gast kann man deshalb darauf verzichten, die örtlichen Wanderführer haben die Strecke sowieso im Kopf.

Badehose und kleines Handtuch: Bei manchen Küstenwanderungen erreichen wir kleine Buchten, die gut zum Baden geeignet sind und wo wir deshalb auch Pause machen. Das sagen wir Ihnen aber immer schon am Tag vorher.


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